Unser NRW-Rückblick auf die DM Kanu-Rennsport 2017

NRW trumpfte in München mit starker Flotte auf

Zwar gehörten die 96. Deutschen Meisterschaften im Kanu-Rennsport in der vergangenen Woche in München rein wettertechnisch überwiegend zu den miesesten und ungemütlichsten nationalen Titelkämpfen der letzten Jahre, rein sportlich gesehen aber trifft für die Boote aus NRW eher das Gegenteil zu. In der Mehrzahl konnten sie in München glänzen. NRW-Sportler waren in nahezu allen Disziplingruppen und allen Altersklassen auf dem Podium vertreten, einzige Ausnahmen: die Canadier-Damen und die männlichen Schüler im Kajak.

collage dm mnchen 2017
Besonders erfolgreich schnitten die Kajak-Damen mit 12 Titeln plus dem Doppelerfolg im Kanu-Mehrkampf bei den Schülerinnen der AK 13 durch Caroline Fink (KR Hamm) und Chelsea-Lynn Roussiekan (Rheintreue Düsseldorf) ab. So gewannen z. B. die NRW-Boote bei den Damen Junioren und in der weiblichen Jugend in allen 8 Mannschaftsboot-Entscheidungen die Goldmedaille. Mit insgesamt sechs Titeln sowie einer Silber- und einer Bronzemedaille trug Jule Hake vom KSC Lünen maßgeblich zu dieser Bilanz bei und avancierte damit nebenbei zur erfolgreichsten Teilnehmerin der diesjährigen Meisterschaften. Die 17-jährige gewann im K1 über 500, 1000 und 5000m, dazu mit Lisa Oehl (KG Essen) im K2 über 500m und beide zusammen Johanna Schimanski (Mülheimer KV) und Jana Unterkötter (KR Hamm) auch im K4 über 200 und 500m. Im K2 über 200m holte sie mit Lisa Oehl hinter Johanna Schimanski und Jana Unterkötter Silber und mit dem LK-Vierer der Damen über 500m Bronze. In der weiblichen Jugend brachte es Svenja Hardy (KG Essen) auf viermal Gold und einmal Bronze. Zusammen mit Vanessa Bülow (KR Hamm) gewann sie im K2 über 200 und 500m, mit Gina Zint (KSC Lünen) auf der Langstrecke und mit beiden sowie mit Neele Gerwin (KR Hamm) auch im K4 über 500m, im Einer über 200m kam sie auf den Bronzerang. Vanessa Bülow wurde indes im Einer über 500, 1000 und 5000m dreimal Deutsche Vizemeisterin. Einen weiteren Titel steuerten Julia Kurek und Johanna Zivny (AKC Oberhausen) im K2 der Schülerinnen über 2000m zur Bilanz der Kajak-Damen bei.

foto dm mnchen jule hakeJule Hake glücklich nach Gold im K1 über 1000m

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Gold und Silber durch Caroline Fink und Chelsea-Lynn Roussiekan und auch Svenja Hardy und Vanessa Bülow sammelten fleißig Medaillen

Im Kajak der Herren sammelten insbesondere die Athleten der KG Essen auf der 1000m-Distanz sowie über die Langstrecke einmal mehr die Titel ein. Auch wenn der Sieg im K1 über 1000m diesmal an den frischgebackenen Weltmeister Tom Liebscher (Dresden) ging – hier holten Lukas Reuschenbach (TC Sterkrade) und Titelverteidiger Max Hoff (KG Essen) Silber und Bronze – so ließen sich Max Rendschmidt und Max Hoff im Zweier und gemeinsam mit Lukas Reuschenbach und Kai Spenner auch im Vierer über 1000m vor dem zweiten NRW-Boot Gold nicht entgehen. Die Siegesserie der NRW-Boote in diesen Disziplinen hält nun bereits das achte Jahr. Langstrecken-Vizeweltmeister Max Hoff verteidigte zudem in einem hart umkämpften Rennen seinen 5000m-Titel vor Kai Spenner. Max Rendschmidt paddelte mit Niklas Kux (KG Essen) im Zweier über 500m ebenfalls zu Gold. Erwähnung verdient auch der zweite Rang von Lukas Reuschenbach im K1 über 500m.

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Erfolgreich: Lukas Reuschenbach (links) und Max Hoff (rechts)      Durften ebenfalls jubeln: Max Mikosch (mit Pokal)  und Niklas Petri
foto dm mnchen c2Silber und Bronze im C2 männliche Jugend über 500m für Nils Daetermann und Timo Schröder sowie durch Maximilian Zöllner und David Bauschke

Drei weitere Meistertitel gingen auf das Konto der Herren-Junioren und der männlichen Jugend. Bei den Junioren holten Niklas Petri (KG Essen) und Max Mikosch (CCE Emsdetten) Gold im K2 und zusammen mit Philipp Hardy (KG Essen) und Nikolaos Nikolakopoulos auch im K4 über 200m, in der männlichen Jugend wurden Jack Gries (KG Essen), Tom Maaßen (WSV Niederrhein Duisburg), Niklas Heuser (AKC Oberhausen) und Thorben Illtz (KSC Lünen) Deutsche Meister im K4 über 500m. Jack Gries kam zudem jeweils vor Tom Maaßen im Einer über 200 und 500m auf den Silberrang und holte auch zusammen mit dem Duisburger im K2 über 500m Silber. Ebenfalls Silber erkämpften Tom Maaßen und Julian Clüsserath (TC Sterkrade) im Zweier über 1000m.
Im Canadier der Herren reichte es zwar diesmal nicht zu einem Titel, immerhin aber stehen 19 Podestplätze zu Buche. Am erfolgreichsten schnitten Timo Schröder (KSG Wuppertal) mit viermal Silber und dreimal Bronze in der männlichen Jugend, davon einmal Silber und dreimal Bronze im C1, sowie Aaron Wiedermann (KSV Schwerte) mit dreimal Silber und zweimal Bronze bei den Junioren, davon je einmal Silber und Bronze im C1 über 500 bzw. 200m, ab. Im C2 der männlichen Schüler über 2000m durften sich zudem Niels Raeder und Leonard Jost (KSG Wuppertal) über Bronze freuen.

foto nrw team dm mnchen 2017 ute freiseUnser NRW-Team in München, Foto: © Ute Freise

Auch wenn hier nicht alle Medaillenerfolge im Einzelnen aufgeführt werden können, so zeigt sich, dass der Kanu-Verband NRW insbesondere in den Mannschaftsbooten hervorragende Platzierungen erreicht hat und darüber hinaus auch in einigen Einer-Disziplinen auf dem Podest vertreten war. Landestrainer Mirko Wojdowski unterstrich: „Als NRW-Mannschaft waren wir in München wirklich stark. Man hat auch vor Ort gemerkt, dass in unserer NRW-Truppe ein besonders guter Spirit herrschte.“ Dies träfe auch auf das Trainerteam zu, so habe man schon vor der DM über die Disziplingruppen hinweg gut zusammengearbeitet: „Ein Schlüssel zu unseren Erfolgen in den Mannschaftsbooten war sicherlich die gute Zusammenarbeit zwischen den Stützpunkten und den Vereinen sowie auch der Stützpunkte untereinander. Dadurch konnten schon vor der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung starke Trainingsgruppen gebildet werden, was die Qualität der Vorbereitung erhöht hat“, so Mirko Wojdowski. Die Athleten im Trainingslager in Ratzeburg dankten es den Betreuern mit einer besonderen Geste: Initiiert von Jule Hake ließen sie auf eigene Kosten DM-Sweatshirts für sich und die Trainer anfertigen und symbolisierten auch damit jenen Teamgeist, der dann in München so erfolgreich zu Buche schlug. Und für zehn der jungen NRW-Athleten öffnete das Abschneiden in München zugleich die Tür zu einer weiteren internationalen Aufgabe: Sie werden sich ab kommenden Sonntag auf die Olympic Hopes Wettbewerbe vom 15. bis 17. September in Racice/Tschechien vorbereiten.

Alle Ergebnisse gibt es wie gewohnt bei www.results.imas-sport.com.

Text: Hans-Peter Wagner
Fotos: Mirko Wojdowski und Ute Freise

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