Stellungnahme zum Kanu-Unfall auf der Ems

Stellungnahme zum Kanu-Unfall auf der Ems

Am 22.06.2013 ist es auf der Ems in der Ortschaft Harsewinkel zu einem tragischen Unfall gekommen, bei dem zwei Insassen eines gemieteten Canadiers ums Leben kamen; eine weitere Person wurde verletzt.

Der Kanu-Verband Nordrhein-Westfalen spricht den Angehörigen dieses tragischen Zwischenfalls sein Mitgefühl aus und hofft, dass die weitere Verletzte sich bald erholt.
Gleichzeitig spricht er den vielen Helferinnen und Helfern, die die Verunglückten aus dem Wasser gezogen haben, seinen Dank aus. Der Dank richtet sich auch an die Ersthelfer und Rettungskräfte, die danach in selbstloser Art und Weise alles versucht haben, das Leben der Verunglückten zu retten oder den Augenzeugen des Unglücks Beistand geleistet haben. Für sie alle wird es nicht leicht sein, dass Erlebte zu verarbeiten.

Noch steht nicht fest, was Ursache des Unglücks war. Hierzu wird die Staatsanwaltschaft intensive Prüfungen vornehmen und dann entscheiden, ob sie Einzelnen strafrechtliche Vorhaltungen machen wird oder nicht. Der Kanu-Verband Nordrhein-Westfalen wird sich ohne genaue Kenntnis der Unfallursache daher auch nicht an Mutmaßungen zum Unfallgeschehen beteiligen.

Der Kanu-Verband Nordrhein-Westfalen tritt aber Äußerungen entgegen, bei der Sportart Kanu handele es sich um eine gefährliche Sportart. Jährlich fahren über eine Million Menschen in Deutschland mit einem Kanu auf unseren Gewässern, ohne dass es zu einer besonderen Häufung von Unfällen kommt. Jedem, der ein Kanu benutzt, ist es klar, dass die Sportart auf dem Wasser ausgeübt wird und damit besondere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten sind. Auch bei sorgfältiger Wahl des Gewässers oder bei vorhandenen Kenntnissen sind Kenterungen mit Kanus nicht ungewöhnlich, führen aber auch nur in sehr seltenen Fällen zu tragischen Unfällen.

Auch die Ems ist als Zahmwasser für Kanusport geeignet. Obwohl an einzelnen Stellen aufgrund vorhandener Bauwerke oder der Wasserführung eine besondere Aufmerksamkeit erforderlich ist, kann die Ems als für Anfänger geeignetes Gewässer eingestuft werden. Sie sollten sich aber von erfahrenen Begleitern anleiten lassen.

Der Kanu-Verband Nordrhein Westfalen ruft deshalb dazu auf, die Sportart Kanu aufgrund des Unglücks an der Ems nicht pauschal als gefährlich zu bewerten. Besser ist es, jeden Kanuten vor Fahrtbeginn auf die besonderen Anforderungen einer sicheren sowie natur- und landschaftsverträglichen Ausübung des Kanusports hinzuweisen und so dazu beizutragen, dass auch zukünftig Kanu fahren als ein besonderes Erlebnis wahrgenommen wird.

Duisburg, den 25.06.2013