Weltcup in Duisburg mit zwei starken NRW-Herren

Rendschmidt und Hoff holen beim internationalen Saisoneinstieg jeweils Doppel-Gold

Mit jeweils zwei Siegen erwiesen sich die Essener Max Rendschmidt und Max Hoff beim Heim-Weltcup am vergangenen Wochenende in Duisburg als erfolgreichste Athleten in einem „bärenstarken Team der Kajak-Herren“, wie es DKV-Präsident Thomas Konietzko formulierte.

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Foto: © Ute Freise, Max Rendschmidt

Unter den Finals in den olympischen Disziplinen in Duisburg galt dem K1 der Herren über 1000m zweifellos besonderes Interesse, trafen doch hier mit den K4-Weltmeistern Max Rendschmidt und Tom Liebscher auch der Sieger der diesjährigen Ranglistenregatten und der amtierende K1-Weltmeister auf dieser Distanz aufeinander. Liebscher – nach überstandener Krankheit beim Weltcup in Szeged eine Woche zuvor im A-Finale Neunter – wollte vor heimischem Publikum weiteren Leistungszuwachs unter Beweis stellen und Max Rendschmidt hatte in seinem ersten internationalen K1-Finale seit längerem den Anspruch zu zeigen, dass er auch im Einer zur Weltspitze zählt. Der Essener erarbeitete sich mit einem offensiven Start zunächst auch leichte Vorteile, überließ dann zwischenzeitlich dem Belgier Artuur Peters die Führung, holte sich diese aber auf dem letzten Streckenviertel zurück und machte so schließlich den Sieg vor Peters und dem amtierenden Weltmeister Tom Liebscher perfekt. Dabei stellte er sogleich noch einen persönlichen Rekord auf: „Ich bin im K1 im Wettkampf noch nie unter 3.30 Minuten gefahren und hier jetzt 3:26.559 Minuten, das ist echt der Hammer. Mein Ziel war der A-Endlauf und dann wollte ich schauen was geht, ich habe ja im Einer international noch keine große Erfahrung. Es hat alles geklappt. Man darf aber nicht vergessen, es ist am Anfang der Saison, ich muss noch zeigen, dass ich diese Leistung halten kann, aber ich gebe mein Bestes.“ Von Tom Liebscher, der sich mit Rang drei ebenfalls zufrieden zeigte, bekam er für die kommenden Wochen gleich noch eine Kampfansage mit auf den Weg: „Max war heute der verdiente Sieger, aber er wird es im Training jetzt nicht leicht haben, das kann ich ihm versprechen. Heute hat noch einiges bei mir gefehlt, aber es geht weiter nach oben“, so der Dresdner. Herren-Bundestrainer Arndt Hanisch äußerte nach dem Finale: „Wir wussten, dass beide gut sind und dass die Tagesform entscheiden würde, ob der eine oder der andere vorn ist. Das ist ein Luxusproblem, das wir so gern mitnehmen.“

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Foto: © Ute Freise, K4 mit Max Rendschmidt

Die Sache mit dem Luxusproblem beschreibt eigentlich auch die Situation im Weltmeister-K4 der Herren. In der Vorbereitung auf den internationalen Saisoneinstieg fielen neben Liebscher auch Ronald Rauhe und Max Lemke eine Zeit lang aus, das deutsche Quartett hatte daher nur ganze vier Mal in der Stammbesetzung Rendschmidt/Rauhe/Liebscher/Lemke trainieren können. In Duisburg qualifizierten sie sich mit einem ungefährdeten Vorlaufsieg direkt für das Finale und dort setzten sie sich mit einem starken Endspurt letztlich gegen das bei Hälfte der Distanz noch führende ungarische Boot durch. Mit 0,8 Sekunden Vorsprung vor Ungarn und Russland wahrte das Weltmeister-Boot damit seine weiße Weste, noch nicht geschlagen worden zu sein. Schlagmann Max Rendschmidt sprach nachher von einem „sehr harten Rennen“ und meinte: „Es rumpelt noch ein bisschen, aber dafür, dass wir nur wenig zusammen trainieren konnten, war es eigentlich recht gut. Bis zur EM in 14 Tagen gibt es aber noch ein paar Sachen zu tun“, meinte der Doppel-Weltcupsieger, wohlwissend, dass in Belgrad z. B. mit Spanien noch weitere hochkarätige Konkurrenz auf das deutsche Boot wartet.

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Foto: © Ute Freise

Wieder zurück in der Erfolgsspur präsentierte sich der K2 über 1000m mit Max Hoff und Marcus Groß (Berlin). Nach einer für sie nicht zufriedenstellenden WM im vergangenen Jahr siegten sie nun in Duisburg souverän mit rund 1,8 Sekunden Vorsprung vor den Vizeweltmeistern Gelle/Botek aus der Slowakei. Dritte wurden die Australier Fitzsimmons/Wood. „Das war wieder ein gutes Rennen, auf dem wir aufbauen können. Wir hatten ja schon etwas Druck, nun hoffen wir, dass wir zusammen weitermachen können. Wir wissen aber auch, dass vor allem mit den Serben bei der EM noch eine harte Nuss hinzukommt“, kommentierte Max Hoff ihren Erfolg vom ersten Weltcuptag.

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Foto: Hans-Peter Wagner, Max Hoff auf Tuchfühlung

Zwei Tage später wartete zum Abschluss des Duisburger Weltcups mit dem 5000m-Langstreckenrennen eine weitere Gold-Chance auf den 35-Jährigen und auch die nutzte er souverän. Lange Zeit zusammen mit dem Norweger Eivind Vold in Führung, setzte sich Max Hoff im Endspurt von ihm ab und sorgte so mit seinem zweiten Gold für den krönenden Abschluss des Weltcup-Wochenendes. Dritter wurde Jon Amund Vold (NOR). „Ich fahre solche Rennen ganz gerne. Diesmal hatte ich ein bisschen Sorge, wenn Fernando Pimenta und Ken Wallace nicht da sind, dass ich da nur verlieren kann. Aber es lief gut, ich wusste, Eivind fährt gern Welle, wollte ihn aber nicht vor lassen. Ich glaube, auch den anderen im Team hat es wieder Spaß gemacht zuzuschauen“, kommentierte Max Hoff das Rennen und hatte damit mehr als Recht.

Dritter im Bunde der NRW-Starter am Weltcup-Wochenende war der Oberhausener Lukas Reuschenbach. Er fuhr im K2-Finale über 500m zusammen mit Saeid Fazloula (Karlsruhe) auf Rang sechs. Im K4 über 500m schied er zusammen mit Saeid Fazloula, Felix Frank (Karlsruhe) und Jakob Thordsen (Hannover) mit Platz acht im Vorlauf aus.

Text: H.-P. Wagner

Nachtrag zum ersten Weltcup der Saison in Szeged:

Beim ersten Weltcup traten neben Tom Liebscher die Athleten der U23-Mannschaft bei den Rennen an. Im Feld der absoluten Weltklasse haben sich unsere jungen NRW-Fahrer mit einigen hervorragenden Ergebnissen geschlagen. Tobias Pascal Schultz und Max Mikosch erreichten im K2 über 200m im  A-Finale einen tollen 7. Platz, im K4 über 500m gemeinsam mit Y. Pflugfelder und B. Bachmann im B-Finale den 6. Platz. Das A-Finale ist ein großer Erfolg, denn Max Mikosch befindet sich erst im ersten LK Jahr.

Frederik Illtz erreichte das B-Finale im K2 über 500m und belegte dort mit Y. Pflugfelder den 3. Platz. Auch unsere NRW-Atheletinnen waren am Start. Katharina Köther belegte im K1 über 500m im B-Finale den 6. Platz und im K4 über 500m gemeinsam mit Jule Hake aus Lünen, S. Regorius und J. Hergert im B- Finale den 7. Platz. Jule wurde mit J. Hergert 8. Caroline Arft verpasste im Semifinale knapp das B-Finale im 200m K1-Rennen.

Nächstes Ziel für alle ist die U23-WM Ende Juli in Plovdiv.

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