Rückblick auf die Rennsport- und Para-DM in Hamburg

Herren-LK und männliche Jugend sorgten für die meisten NRW-Siege

Die diesjährigen nationalen Titelkämpfe in Hamburg unterstrichen einmal mehr eindrucksvoll: Die Kajak-Herren aus NRW in der Leistungsklasse sind eine Bank! Sechs von neun möglichen DM-Titeln gingen auf ihr Konto. K2-Weltmeister Max Hoff (KG Essen) war dabei am erfolgreichsten und an allen sechs Titeln beteiligt.

 

foto dm 2018 hoff rendschmidt

Er gewann im K1 über 1000 und 5000m, mit seinem Klubkameraden und K4-Weltmeister Max Rendschmidt im K2 über 500 und 1000m sowie mit ihm, K4-Weltmeister Lukas Reuschenbach (TC Sterkrade) und Tobias-Pascal Schultz (KG Essen) auch im K4 über 500 und 1000m. Im K1 über 500m holte er hinter dem Vizeweltmeister Tom Liebscher Silber. Silber gab es ebenso für Max Rendschmidt im K1 der Langstrecke, über 1000m holte er Bronze. Das hervorragende Abschneiden komplettierten ferner die jeweils zweiten NRW-Boote mit viermal Bronze durch Tobias-Pascal Schultz im K1 über 500m und gemeinsam mit Lukas Reuschenbach im K2 über 1000m, durch Max Rendschmidt und Max Mikosch (CC Emsdetten) im K2 über 200m sowie durch den K4 mit Frederick Illtz (KG Essen), Robin Nigbur (KC Friedrichsfeld), Kai Rendschmidt (BW Rheidt) und Max Mikosch über 1000m.
Die NRW-Damen der LK konnten diesmal zwar keinen Titel erringen, schlugen sich aber mit insgesamt 5x Silber und 3x Bronze hinter den WM-Teilnehmerinnen aus Potsdam, Leipzig, Dresden und Magdeburg durchaus achtbar. Erfolgreichste Athletin war Jule Hake (KSC Lünen), sie erkämpfte Silber im K1 über 500, 1000 und 5000m sowie im K2 mit Katharina Köther über 500m, zudem Bronze im K1 über 200m und im K4 über 500m gemeinsam mit Caroline Arft, Lisa Oehl, und Katharina Köther (alle KG Essen). Sie konnte damit erneut unter Beweis stellen, dass sie in Zukunft eine Kandidatin für den Kreis der A-Nationalmannschaft sein könnte. Darüber hinaus paddelte Caroline Arft im K1 über 200m zu Silber und mit Katharina Köther im K2 über 200m zu Bronze.

foto dm k4 damen

In den Canadier-Disziplinen – eine Domäne der Athleten aus Potsdam (Canadier-Herren) sowie aus Berlin und Leipzig (Canadier-Damen) – waren NRW-Sportler abgesehen vom Bronzerang des C8 vom KC Wiking Bochum nicht auf dem Podium vertreten.
Junioren diesmal ohne Titel
In der Junioren-Klasse taten sich die NRW-Athleten in diesem Jahr schwerer als in den Vorjahren. Auch sie blieben in Hamburg ohne Titel. Insbesondere die starke Ost-Konkurrenz schnappte unseren Sportlern einige Medaillen vor der Nase weg. Bemerkenswerte Einer-Ergebnisse erzielten nichtsdestotrotz Svenja Hardy (KG Essen) mit Silber über 200m und Bronze über 5000m, Tobias Heuser (AKC Oberhausen) mit Silber auf der Langstrecke und Bronze über 1000m, Thorben Eller (KSG Wuppertal) im C1 über 200m sowie Tom Maaßen (WSV Niederrhein) mit Bronze im K1 über 200m. Tom Maaßen paddelte zudem mit Jack Gries (KG Essen) im K2 über 200m und mit ihm sowie Paolo Petri und Lukas Erbe (alle KG Essen) im K4 über 500m jeweils zu Silber. Bei den Damen-Junioren gewannen zudem Svenja Hardy und Vanessa Bülow (KR Hamm) im K2 über 200m und beide zusammen mit Franziska Kuckelkorn (KC Wiking Bochum) und Ina Imorde (CC Emsdetten) im K4 über 500m jeweils Bronze. Im K2 über 500m versank ein möglicher Titel durch Svenja Hardy und Franziska Kuckelkorn 50 Meter vor dem Ziel in der Dove-Elbe, als beide deutlich in Führung liegend kenterten.
Bei den Canadier-Junioren errang Thorben Eller neben dem Silber im C1 eine weitere Silbermedaille zusammen mit Timo Schröder und Alexander Droste (beide KSG Wuppertal) sowie Christopher Dirks
(KC Wiking Bochum) im C4 über 500m. Gegen die übermächtige Konkurrenz aus Potsdam war hier in
diesem Jahr leider nicht viel auszurichten. Als erfreulich ist anzusehen, dass zum ersten Mal ein C2 der Damen-Junioren aus NRW am Start war, der sich achtbar schlug und jeweils im Mittelfeld ins Ziel kam.
Athleten der Jugendklasse erkämpften insgesamt 27 Medaillen
Besonders stark präsentierten sich in diesem Jahr die von Joaquin Delgado und Enno Aufdemkamp betreuten Disziplingruppen männliche Jugend Kajak und Canadier. Hier gewannen die NRW-Sportler alle Mannschaftsboote. David Bauschke (KC Wiking Bochum) mit sechs Titeln und Maximilian Zöllner (KSG Wuppertal) mit fünf Titeln avancierten neben Max Hof zu den erfolgreichsten NRW-Sportlern in Hamburg.

foto dm 2018 jugend mnnl

David Bauschke gewann Gold im C1 über 500 und 1000m sowie gemeinsam mit Maximilian Zöllner (KSG Wuppertal) im C2 über 500, 1000 und 5000m und beide mit Jannick Wienand (KSG Wuppertal) und Fynn Deilmann-Wannsing (Bochumer KC) auch im C4 über 500m. Maximilian Zöllner holte sich den DM-Titel im C1 über 200m und gewann Bronze im C1 über 500 und 1000m. Weitere Bronzemedaillen erkämpften Jannick Wienand im C1 über 5000m und zusammen mit Fynn Deilmann-Wannsing im C2 über 1000m sowie Fynn Deilmann-Wannsing und Lasse Overath (KSG Wuppertal) im C2 über 500m.
Im Kajak der männlichen Jugend ragten insbesondere Niklas Heuser (AKC Oberhausen) und das Duo Ferdinand Dittmar (KG Essen) und Thorben Illtz (KSC Lünen) heraus. Niklas Heuser siegte im K1 über 500, 1000 und 5000m, Dittmar/Illtz triumphierten im K2 über diese drei Distanzen und alle drei holten zusammen mit Kian-Lukas Mohajer (KG Essen) den Titel im K4 über 500m. Weitere Medaillen gab es durch Ferdinand Dittmar (Silber K1 200m), Thorben Illtz (Silber K1 500m und Bronze K1 200m) und durch den K4 über 5000m mit Julius Thalmann (CCEmsdetten), Dominik Fink (KR Hamm), Tim Heckner (Bertasee Duisburg) und Jan-Peter Graf (Bochumer KC), der Silber gewann.
Mit ihren Erfolgen in Hamburg sicherten sich die Sportler der männlichen Jugend zugleich auch den Nationalmannschaftscup 2018. Im Kajak gewann Niklas Heuser die Cupwertung und im Canadier landeten die NRW-Athleten mit Sieger Maximilian Zöllner vor David Bauschke und Jannick Wienand sogar einen Dreifacherfolg. Dadurch konnte der Kanu-Verband NRW auch die Teamwertung sowohl im Kajak als auch im Canadier der männlichen Jugend für sich entscheiden.
Im Kajak der weiblichen Jugend konnten die NRW-Athletinnen zwar keinen Titel erringen, dennoch aber insbesondere durch Gina Zint (KSC Lünen) insgesamt vier Mal aufs Podium paddeln. Sie erkämpfte Silber im K1 über 500 und 1000m sowie Bronze im K1 über 5000m und mit einer tollen Teamleistung zusammen mit Neele Gerwin (KR Hamm), Leah Ternirsen (CC Emsdetten) und Marie Allendorf (KR Hamm) auch im K4 über 500m. Gina wird sich nun in den kommenden Wochen auf die im Oktober anstehenden Youth Olympic Games in Buenos Aires vorbereiten.

Starke A-Schülerinnen aus Düsseldorf und Hamm
Erfreuliche Achtungserfolge erzielten auch die Schülerinnen A in Hamburg. Zweifache Deutsche Schülermeisterin wurde Chelsea-Lynn Roussiekan (Rheintreue Düsseldorf), sie gewann im K1 über 500m vor Fiona Trojca (KR Hamm) und im K1 über 2000m vor ihrer Vereinskameradin Leonie Weyers.

foto dm 2018 schlerinnen

Im Kanumehrkampf gab es gar einen dreifachen NRW-Erfolg, denn hier kam Caroline Fink (KR Hamm) auf Platz eins gefolgt von Chelsea-Lynn Roussiekan und Fiona Trojca. Außerdem gewannen Kim Runde und Fiona Trojca für den Kanu-Ring Hamm Silber im K2 über 500m und der K4 des KC Friedrichsfeld mit Linn Sütel, Insa Hülsdonk, Liv-Grete Liwowski und Rieke Kliche holte Bronze auf der Langstrecke. Medaillenerfolge verzeichnete auch der Canadier-Nachwuchs: So paddelten Jan Sollik und Phil Pleßmann (KC Wiking Bochum) im C2 über 500 und 2000m jeweils zu Silber, Leo Korn (KSG Wuppertal) holte im C1 über 2000m ebenso wie Niels Raeder und Leonard Joest im C2 über 500m und alle zusammen mit Moritz Hasenack im C4 über 500m für die KSG Wuppertal Bronze. Jan Sollik kam auch im Mehrkampf auf den Silberrang. Ansonsten gingen die Medaillen vor allem an die Brandenburger Adler und an das Kanu Team Berlin. Im Kajak der männlichen Schüler A erkämpfte Luca Brachthäuser (WSV Niederrhein) im Mehrkampf der AK 13 die einzige NRW-Medaille.

Sieben NRW-Sportler fahren zu den Olympic Hope Games
NRW-Landestrainer Mirko Wojdowski zog angesichts der Ergebnisse ein positives Fazit der DM in Hamburg: „Wir können insgesamt wieder sehr zufrieden sein. Über alle Altersklassen hinweg wurden Medaillen gewonnen und es hat sich insbesondere in den Ergebnissen der Mannschaftsboote in der Jugend- und Junioren-Klasse gezeigt, dass sich die Vorbereitungslehrgänge in Hannover, Mechelen und München gelohnt haben.“ Aufgrund der guten Leistungen wurden sieben NRW-Sportler für die
DKV-Nationalmannschaft und einen Start bei den Olympic Hope Games nominiert. Für Maximilian Zöllner, David Bauschke, Vanessa Bülow, Ferdinand Dittmar, Thorben Illtz, Jack Gries und Niklas Heuser geht es zunächst in ein Kurztrainingslager nach Kienbaum und anschließend weiter zur Olympic Hopes Regatta nach Posen.

Sieg für Parakanutin Katharina Bauernschmidt
In den Rennen der Parakanuten in Hamburg waren die NRW-Sportler durch Katharina Bauernschmidt (Bertasee Duisburg) und Peter Happ (VfK Wuppertal) vertreten. Katharina Bauernschmidt gewann das Rennen im V1 der Damen und kam im K1 sowie im K2 mixed zusammen mit K2-Weltmeisterin Tina Dietze (Leipzig) jeweils auf Rang vier. Peter Happ beendete das Rennen im V2 gemeinsam mit Lisa Jahn (Berlin) auf Platz zwei und belegte im V1 den fünften Rang.

Text: Mirko Wojdowski, Hans-Peter Wagner
Fotos: Hans-Peter Wagner

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