Inklusion, Barrierefreiheit und Teilhabe im Rahmen der NRW Kanu-Rallye 2026
- 04.05.2026
Am 25. und 26. April 2026 fand beim LDKC Bochum-Dahlhausen das Rahmenprogramm zur NRW Kanu-Rallye statt. In diesem Jahr stand es ganz im Zeichen von Inklusion, Barrierefreiheit und Teilhabe – Themen, die im Kanusport zunehmend an Bedeutung gewinnen und für viele Vereine bereits heute relevant sind.
Im Mittelpunkt stand die Botschaft, dass Hilfe, Anpassungen und Unterstützung im Paddelsport nicht erst dann notwendig oder sinnvoll sind, wenn eine anerkannte Behinderung vorliegt. Auch altersbedingte Einschränkungen, gesundheitliche Probleme oder temporäre Beeinträchtigungen gehören zur Realität vieler Aktiver – und sollten im Vereinsalltag selbstverständlich berücksichtigt werden.
Dass dieser Ansatz den Nerv getroffen hat, zeigte sich an den beiden Tagen sehr deutlich: Menschen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen und Einschränkungen kamen nach Dahlhausen, darunter Paddler*innen mit altersbedingten Einschränkungen, Rheuma oder Arthrose, Bandscheibenvorfällen, muskulären Erkrankungen, Querschnittslähmungen, psychischen oder kognitiven Einschränkungen sowie chronischen Schmerzen.
Für die ehrenamtlich Engagierten war besonders wertvoll, dass es nicht nur um Theorie ging, sondern um den direkten Austausch, das Zuhören und das gemeinsame Erarbeiten von Lösungen. Viele Teilnehmende berichteten offen von ihren Erfahrungen, Hürden und Wünschen – und zeigten zugleich, wie individuell und oft schon mit kleinen Anpassungen Teilhabe möglich ist.
Im Rahmen der Veranstaltung erhielten Interessierte praxisnahe Einblicke in barrierearmes Paddeln. Vorgestellt wurden unter anderem verschiedene Ein- und Ausstiegshilfen sowie Möglichkeiten zur individuellen Anpassung von Booten und Paddeln. Ergänzend wurde über Weiterbildungsangebote und individuelle Vereinsberatung informiert.
Ein besonderes Beispiel für verantwortungsvolle ehrenamtliche Arbeit war die Planung mit dem Team des Ambulanticum Herdecke. Ursprünglich sollte eine Gruppe querschnittsgelähmter Patient*innen an der NRW-Kanu-Rallye teilnehmen. Nach einer sorgfältigen Sicherheitsbewertung der Bronze-Strecke wurde jedoch gemeinsam entschieden, dieses Vorhaben nicht umzusetzen, da Risiken für Teilnehmende und Rettungskräfte nicht vertretbar erschienen.
Stattdessen wurde eine gut vorbereitete Alternative geschaffen: Am barrierearm ausgestatteten Standort Dahlhausen konnten die Teilnehmenden trotzdem Teil der Veranstaltung sein. Durch die Nähe zur Rallye-Strecke, die vorhandene Infrastruktur, fachliche Begleitung und engagierte Helfer*innen entstand ein sicherer und dennoch erlebnisreicher Tag – mit Ein- und Ausstiegen, Wiedereinstiegen nach Kenterungen und Fahrten über die Bootsrutsche.
Für viele Ehrenamtliche zeigte das Wochenende eindrucksvoll, dass Inklusion nicht an Perfektion gebunden ist, sondern an Haltung, Aufmerksamkeit und Bereitschaft. Nicht alles ist überall möglich – aber vieles ist machbar, wenn Verantwortung ernst genommen und gemeinsam nach Lösungen gesucht wird.
Das Rahmenprogramm in Dahlhausen hat deutlich gemacht, wie groß das Interesse und der Bedarf im Verband sind. Die vielen positiven Rückmeldungen unterstreichen, dass engagierte Ehrenamtliche eine Schlüsselrolle dabei spielen, Barrieren abzubauen und mehr Menschen den Zugang zu unserem Sport und unserer Gemeinschaft zu ermöglichen.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen Helferinnen, Unterstützerinnen und Beteiligten, die mit ihrem Einsatz, ihrer Offenheit und ihrem Verantwortungsbewusstsein zum Gelingen dieses Wochenendes beigetragen haben.
Lukas Lamberti & Team
Referent für barrierefreies Paddel


















