Kanu-Freestyle: Deutsche Meisterschaft auf der Mugl-Wave in Graz

Die Deutschen Meisterschaften im Kanu-Freestyle am 9. Mai 2026 auf der Mugl-Wave im österreichischen Graz boten aus nordrhein-westfälischer Sicht einen besonderen Erfolg: Linn Schäfer vom KC Monschau sicherte sich den Titel bei den Juniorinnen und setzte damit ein starkes sportliches Zeichen für die NRW-Delegation.

Trotz der weiten Anreise von nahezu 1.000 Kilometern hatten sich insgesamt neun Sportlerinnen und Sportler aus Nordrhein-Westfalen in Fahrgemeinschaften auf den Weg in die Steiermark gemacht. Die Mühen wurden mit starken Leistungen belohnt, doch überstrahlt wurde alles von der 17-jährigen Athletin aus der Eifel. Linn Schäfer zeigte auf der anspruchsvollen Mugl-Wave eine außergewöhnlich souveräne und technisch saubere Leistung und ließ keinen Zweifel daran, dass sie derzeit zu den besten Nachwuchsfahrerinnen Deutschlands gehört. Ihr Titelgewinn unterstreicht eindrucksvoll ihre Berufung in das Nationalteam für die bevorstehenden Europameisterschaften in Finnland. Besonders bemerkenswert ist dabei auch ihre konsequente Vorbereitung: Gemeinsam mit Mads Barwich absolvierte sie ein intensives einwöchiges Training auf der Mugl-Wave, eingebettet zwischen dem traditionsreichen Salza Rodeo in Wildalpen und der Deutschen Meisterschaft in Graz – ein Einsatz, der sich nun eindrucksvoll ausgezahlt hat.

Auch bei den Herren im Kajak konnte NRW starke Akzente setzen. Mads Barwich (Kanu-Club Wiedenbrück-Rheda e.V.) erreichte einen hervorragenden zweiten Platz und verpasste dabei nur knapp die prestigeträchtige 1000-Punkte-Marke. Patrick Stange (SKC Neheim-Hüsten) komplettierte mit Rang drei das Podium aus NRW-Sicht. Beide Athleten treten ebenfalls für das deutsche Nationalteam im Juni bei den Europameisterschaften im finnischen Lieksa an. Mads und Patrick mussten sich lediglich dem Deutschen Meister Roman Glasman sowie dem außer Konkurrenz startenden Grazer Lokalmatador Philipp Windischbacher geschlagen geben. Für Mads Barwich, der in diesem Jahr erstmals in der Seniorenklasse startet und verletzungsbedingt die Heim-WM 2025 in Plattling verpasste, ist dieses Ergebnis ein besonders starkes Signal. Routinier Robert Büchmann (WSC Dormagen) merkte man etwas die Müdigkeit nach der beruflich bedingten nächtlichen Anreise an, so dass er nicht seine volle Leistungsfähigkeit abrufen konnte und auf Platz 13 landete, Leander Kaufmann (KC Zugvogel Köln) paddelt sich auf Platz 15.

Die Damen aus NRW hatten es im Kajak auf dem anspruchsvollen Playspot gegen die starke Konkurrenz aus Österreich, Baden-Württemberg und Bayern sehr schwer. Naya Daruwala (KC Zugvogel Köln) erreichte Platz fünf, Nele Barwich (KC Wiedenbrück-Rheda e.V.) wurde Sechste und Esta Fullmann (ebenfalls KC Zugvogel Köln) belegte Rang sieben. Im Einercanadier konnte Naya Daruwala jedoch mit einem dritten Platz einen weiteren Podestplatz für NRW sichern.

Im männlichen Juniorenfeld überzeugte Leo Andrzejewski (SG Welper) mit besonders hohen Loops inklusive Air-Bonus, was ihm verdient den dritten Platz einbrachte.

Die Meisterschaft selbst wurde erstmals im Ausland ausgetragen, da derzeit an keinem deutschen Freestyle-Spot ein verlässlich geeigneter Wasserstand gewährleistet werden kann. Entweder prägen Hochwasser oder Niedrigwasser die Bedingungen, was eine planbare Durchführung erschwert. Für den jüngsten Nachwuchs aus NRW war die Teilnahme daher aufgrund der großen Entfernung und mangelnder Trainingsmöglichkeiten am schwierigen Spot Graz nicht möglich bzw. sinnvoll.

Die Organisation der Veranstaltung lag in den Händen von Roman Glasman und seinem Team, die gemeinsam mit dem Kanu-Club Graz und unter der Leitung der neuen DKV-Ressortleiterin Andrea Hacker eine rundum gelungene Meisterschaft auf die Beine stellten. Mit viel Liebe zum Detail, großer Kompetenz und spürbarer Empathie für die Teilnehmer entstand eine Veranstaltung, die von einer hervorragenden Atmosphäre, großem sportlichen Niveau und echter Gemeinschaft geprägt war, internationales Flair mit Teilnehmern aus Deutschland, Tschechien und Österreich inklusive. Leider musste der Wettkampf witterungsbedingt vorzeitig beendet werden: Ein Gewitter führte dazu, dass die Finals der Damen und Herren im Kajak nicht mehr ausgetragen werden konnten, sodass in diesen Klassen die Ergebnisse aus Vorläufen und Halbfinals gewertet wurden.

Einen stimmungsvollen Abschluss fand die Deutsche Meisterschaft schließlich bei einer gemeinsamen Floßfahrt auf der Mur, auf der auch die Siegerehrung stattfand. Insgesamt konnten die NRW-Sportlerinnen und -Sportler zufrieden auf ihre Leistungen blicken und traten mit vielen positiven Eindrücken die lange Heimreise an – allen voran Deutsche Meisterin Linn Schäfer, die mit ihrem Titelgewinn das sportliche Highlight aus nordrhein-westfälischer Sicht setzte und optimistisch auf die anstehenden internationalen Aufgaben blicken lässt.

Fotos: Sylvia Daruwala und Stefan Barwich

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